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Und die 90er leben doch!

Junge Menschen meines Alters, welche die vorläufigen Höhen ihrer Pubertät so um mitte 1990 durchmachten, werden sich vielleicht noch an einen damals populären Musikstil erinnern: Crossover. So wurde es genannt, wenn Band eine schwermetallische Instrumentierung mit Pop-Punk Attitüde und sprechgesungenen Lyrics kombinierten. Ja, das war noch vor dem unsäglichen Nu-Metal der frühen Doppelnuller. Aber egal, denn lang gab es diesen Stil wahrlich nicht und kaum eine Band überlebte die unvermeidliche Implosion des Marktes nach einer zu schnellen Verheizung am Mainstream. Höchstens Clawfinger, die pünktlich wie ein Uhrwerk alle zwei Jahre ein neues Album veröffentlichen, sind noch als existent und eventuell sogar relevant zu bezeichnen.

Aber als der Stil auf seinem Höhepunkt war, zählten die wilden Recken von Dog Eat Dog zu den bekannteren vertretern ihrer Zunft. Songs wie No Fronts, Rocky oder Who’s The King wirbelten gehörig Staub auf in der Szene. Aber nach drei Alben war schon wieder Schluss mit der Party, zumindest sieben Jahre lang. Dann ließen Dog Eat Dog wieder etwas von sich hören. 2006 veröffentlichten sie ihr viertes Album und tourten ein paar Festivals.

Warum ich das alles erzähle? Nun, zum Einen ist es popkultureller Geschichtsunterricht. Und zum Anderen bin ich stolz, vermelden zu können, dass eben jene Dog Eat Dog auf ihrer 15-Jahre Jubiläumstour in Klagenfurt vorbeischauen werden. Am 24. Juni geben sie ein Gastspiel im ((stereo)). Wer hätte das gedacht?

Die Frage ist nur, wer geht zu diesem Konzert? Die heutigen Pubertären dürften eigentlich nicht mehr die Zielgruppe der Band sein, ist die Musik doch etwas zu irrelevant. Dann wohl eher Leute wie ich, Nostalgiker, die mit dieser Mucke einen netten Abschnitt ihrer Jugend verbinden. So gesehen ist Klagenfurt als Universitätsstatt und der 24. Juni als Mittwoch keine all zu schlechte Kombination. Ich erwarte fast, einige Studiosis beim Konzert zu sehen.

Wie dem auch sei: Who’s da fucking King, bitch?

–Janus

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