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Öha!

Die Alte Mutter liegt mit Wahlkampffieber im Krankenhaus. Ob sie sich jemals von der Belastung erholen wird, ist fraglich. Antibiotika haben nicht gewirkt, die Ärzte sind verzweifelt. OberÖHarzt Stefan Sagl hat sich mittlerweile darauf verlegt, der kranken Dame nur noch Plazebos zu verabreichen. Außerdem appeliert er an die Verwandschaft. Sagl glaubt, wenn nur genügend Leute zu Besuch kommen würden, die Alma Mater würde wieder Lebenskraft bekommen.

So, genug metaphert.

Die ÖH-Wahl steht vor der Tür. Falls das überhaupt noch jemanden interessiert, denn besonders hoch war die Wahlbeteiligung beim letzten Mal nicht gerade. 28 Prozent haben sich an die Wahlurnen locken lassen. Vorsitzender Stefan Sagl begründet das Desinteresse mit dem schlechten Image der ÖH. In einem Interview in der aktuellen Kärntner Woche sagt Sagl, die ÖH gerate immer wieder negativ in die Schlagzeilen und gelte als Kaderschmiede für Jungpolitiker.

Natürlich ist die ÖH eine Kaderschmiede für Jungpolitiker, was denn sonst? Das soll die ÖH doch schließlich sein, eine Bühne, auf der junge Menschen ihre politischen Ambitionen unter lebensechten Bedingungen ausprobieren können. Damit habe ich kein Problem. Die Crux ist eher, welche Art von Politik hier geprobt wird.

Polemik, Saufgelage, wilde Versprechungen und gegenseitiges Schuldzuweisen, das wird in der ÖH geprobt. Warum gehen so wenige Studenten zur Wahl? Weil alles, was sie von ihren Vertretern zu sehen bekommen, Bier- und Cocktailstände und ein ellenlangen Emails ausgetragene Fehden sind. Eben genau so, wie die großen Vorbilder in Land und Bund.

Die Vsstö zum Beispiel hat nichts besseres zu tun, als täglich ihre eher sinnfreien Veranstaltungen auf Facebook zu spammen. Ja, toll, heute gibs Gulasch und Bier vor der Uni, das hab ich schon beim ersten Mal verstanden. Aber was gibt es darüber hinaus? Was wird die Vsstö für die Studenten tun, abgesehen von der verteilung kostenloser oder kostengünstiger Alkoholika?

Auch die Generation Orange eifert fleißig ihren großen Vorbildern nach. Vergangene Woche erreichte mich eine Email, in der die Babyorangen von einem “Kärnten Stipendium” und “1000 Euro für alle Kärntner Stundenten” faselten. Yay für Bestechungsversuche.

So ein sinnentleertes Wahlgeplänkel gibt es bei den ausgewachsenen Politikern zu Genüge. Vom Jungvolk erwartet man für gewöhnlich etwas mehr Esprit. Mehr Geist, Einfallsreichtum, Mut zur Rebellion, neue Ideen. All das liefern die ÖH-Vertreter (egal welcher Farbe) nicht. Worin sie sich üben ist das dreschen leerer Phrasen und das Verteilen von Wahlzuckerln (oder Wahlgulasch).

Deshalb geht niemand zur ÖH-Wahl. Nicht, weil die ÖH eine politische Kaderschmiede ist, sondern weil die ÖH einfach der Mühe nicht wert ist. Nicht bei diesen Kandidaten und schon gar nicht bei diesem Verhalten.

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